Spannung pur auf der Rennstrecke: Mit welchen Strategien sich Marlon gegen starke Konkurrenz behauptet 

Rennbericht Wittgenborn

29.09. - 30.09.2023

Saisonabschluss in Wittgenborn, der Heimstrecke des ADAC Hessen-Thüringen und somit hing die Latte für mich weit oben, denn ich wollte für das Saisonfinale natürlich noch einmal alles geben. Ich gebe immer alles aber Wittgenborn ist für mich einfach eine besondere Strecke.

Wie schon bei allen Rennen davor, bin ich bequem und entspannt mit einem Wohnmobil von https://www.rikis.de angereist. Vielen Dank an das Rikis-Team für die grandiose Unterstützung in der Saison 2023.
 

Trainingsturns am Freitag

Der Freitag startete unspektakulär. Die Übersetzung mit welcher ich in die ersten Tests gehen wollte stand fest, denn ich habe unterjährig bereits 2x in Wittgenborn im Zuge des Team ADAC Hessen-Thüringen Trainings meine Runden auf dieser anspruchsvollen Strecke absolvieren dürfen.

In den ersten Turns am Vormittag fand ich noch nicht so gut rein und lag ein gutes Stück hinter meinen Zeiten aus dem Frühjahr. Nach der Mittagspause drehte sich das und ich fuhr wieder meine mittlere und tiefe 00:55er Zeiten.

Am späten Nachmittag war klar, mit welchem Setup wir am Samstag in die Qualifikationsläufe starten wollen.

Den letzten Turn am Freitag nutzte ich, um meine neuen Reifen anzufahren. Fünf Runden reichen dafür. Der Reifen soll ja noch über die Renndistanz kommen.

 

Trainingsturns am Samstag

Am Samstag morgen dann die erste Ernüchterung. In der Nacht hat es geregnet und somit war die Strecke nass und kalt. 

Wir haben uns im Team dafür entschieden den ersten Trainingsturn ausfallen zu lassen und konzentrieren uns auf FP2 und die Qualifikationsläufe. Das Wetter wurde zunehmend besser, die Sonne verrichtete ihren Dienst und die Strecke wurde Minute um Minute besser.

FP2 ging es für mich auf Sliks raus. Ein prüfender Blick auf das Starterfeld zeigte, dass 50% mit Regenreifen und 50% mit Sliks ins FP2 gingen. 

Die Rundenzeiten lagen noch hinter denen vom Freitag, aber ich begann mich einzufinden.

 

Qualifikationslauf 1

Die Streckenbedingungen waren noch nicht 100% optimal aber es ging noch einmal um Plätze und wichtige Punkte. Ich begann zu pushen und wurde in jeder Runde schneller. Immer wieder sah ich Fahrer wegrutschen. Die Gefahr zu stürzen war groß, aber der Ehrgeiz noch größer. Ich wusste, ich bin auf einer schnellen Runde und so hieß es für mich ganz klar das Level hoch zu halten. Aktuell lag ich auf P12 und ich wollte weiter nach vorne. In der langen Linkskurve im linken Teil der Strecke wollte ich dann zu viel. Ich traf die beiden Bodenwellen und mein Vorderrad klappte mir ein. Mit mächtig Speed rutschte ich über die Auslaufzone. Ich rannte schnell zurück zum Bike und wollte weiter aber es ging nicht. Die Kupplungsarmatur ist abgebrochen und meine linke Fußraste war stark verbogen. Q1 ist für mich wenige Runden vor Schluss vorbei. P12 blieb mir jedoch vorerst erhalten. Das Teilnehmerfeld, welches sich während meines Sturzes hinter mir einreihte kam nicht über meine Bestzeit hinaus.

 

Qualifikationslauf 2

Die beiden Highsider in den letzten beiden Rennen und der Wegrutscher in Q1 hat mich zwischen den beiden Qualifikationsläufen mehr beschäftigt als ich das wollte. Mein Team hat versucht mich aufzubauen. Statistisch gesehen (mit Blick auf meine gesamte Rennsaison 2023) muss ich mir keine Sorgen mehr machen, ich sollte sitzen bleiben. Auf der einen Seite beruhigend, aber was nützt mir eine Statistik im echten Rennzirkus?
Q2 stand an, noch einmal lockern, richtig dehnen und ab aufs Bike. Ich startete in meinen letzten Qualifikationslauf in dieser Saison. Die Strecke war vollständig abgetrocknet, die Temperatur war top. Ich suchte mir schnelle Fahrer und begann diese zu verfolgen. Ein Zugpferd ist besser als es alleine zu versuchen. Die Zeiten wurden gegenüber Q1 besser, die der Kontrahenten aber auch. Etwas enttäuscht über Position 16 verließ ich die Rennstrecke und wusste, im Rennen muss ich nun noch eine ganze Schippe drauflegen.

 

Rennen 1

Die Ampel schaltet von Rot auf Grün, es geht los. Die Motoren schrien und wir rasten auf die erste Kurve zu. Vor mir zwei verunfallte Fahrer denen ich ausweichen musste und schon eine Kurve später sah ich die rote Flagge. Abbruch und zurück in die Startaufstellung. 

Wenige Minuten später erneuter Rennstart. Die Ampel ging wieder von Rot auf Grün und ich versuchte alles um meine Position zu halten, aber es gelang mir nicht. In der ersten Kurve fand ich mich 2 Plätze weiter hinten und wusste, jetzt geht der Kampf nach vorne erst richtig los. Runde um Runde begann ich die Fahrer vor mir zu analysieren und nutzte jede Möglichkeit um durch zu kommen. Ein Fahrer machte es mir besonders schwer. Er fuhr eine extrem komische Linie, machte jedoch überall die Tür zu. Ich hatte extreme Mühe durch zu kommen, ohne dass wir beide stürzen. Überholmanöver müssen safe sein, Risiko ja, aber nicht um jeden Preis. Ich sah das Feld davor immer weiter davon fahren und hatte Sorge, dass ich den Anschluss nicht mehr schaffe. Nun eben doch etwas mehr Risiko und ich drückte mich in einer Linkskurve vorbei. Nun hieß es Gas geben und nach vorne. Runde um Runde setzte ich mich weiter ab, schaffte es aber nicht mehr an das bereits deutlich freigefahrene Feld vor mir heran. Am Ende vom ersten Rennen sah ich die Zielflagge auf Position 13.

 

Rennen 2

Ein allerletztes Mal in 2023 schaltet die Ampel von Rot auf Grün, die Motoren heulten alle auf, wir zogen alle am Gas und rasten auf die erste Kurve zu. Auch hier war mein Start schon wieder nicht gut und ich verlor einen Platz. Für mich wieder ein nicht zu akzeptierender Zustand. Wie schon beim Rennen zuvor hieß es sauber überholen und das tat ich auch. Wieder beim schwierig zu überholenden Fahrer angekommen versuchte ich es in jeder Runde an unterschiedlichen Stellen. Das Teilnehmerfeld davor hat sich wieder deutlich abgesetzt und mir war klar, dass mir so langsam die Runden ausgehen. Ich drückte mich vorbei und gab Gas. In jeder Runde setzte ich mich um 2 Sekunden von meinem Kontrahenten hinter mir weiter ab. Ich sah, dass ich nur noch wenige Runden zu fahren hatte und der Fahrer vor mir ist 10 Sekunden entfernt, keine Chance. Ich begann meinen Platz zu verwalten und wollte Position 13 sicher über die Ziellinie bringen. Hinter mir tat sich ein Zweikampf auf, welcher für den, den ich bereits wenige Runden zuvor überholt hatte nicht gut ausging. Er verlor seine Position und der Fahrer hinter mir begann auf mich aufzuschließen. Ich blieb cool, denn ich wusste, dass ich ihn ganz sicher nicht durchlassen werde. Ich hielt mein Speed und fuhr in meinem letzten Rennen der Saison auf Position 13 über die Ziellinie.

 

Fazit

Es war eine grandiose Saison, ich fühle mich auf der Ohvale GP0 160 4S EVO absolut gut. Ich habe sehr viel gelernt und konnte mich immer weiter verbessern. In der FIM MiniGP waren wir in Deutschland das größte Starterfeld, kein anderes Land auf der Welt hatte so viele fest eingeschriebene Teilnehmer. 

Die Plätze vom vorderen Mittelfeld bis hin zu den hinteren Plätzen ist so extrem eng beieinander, wir liegen alle innerhalb einer Sekunde. Es entscheiden Kleinigkeiten ob du auf Position 5 oder 16 in das Rennen startest. Wir müssen uns alle nicht verstecken und können alle stolz auf unsere Leistung sein und das bin ich auch. 

Das alles hätte ich aber nicht ohne den Support vor Ort mit meinem Team ADAC Hessen-Thüringen geschafft. Ihr seid immer für mich da gewesen, vielen Dank dafür.

Ein extra großes DANKE geht an meine Sponsoren, die das ganze Jahr hinter mir standen und mir immer ganz fest die Daumen gedrückt haben, vielen Dank für eure moralische und finanzielle Unterstützung, ohne euch wäre dieser Sport für mich nicht möglich. 

 

Euer Marlon

Rennbericht Bopfingen

08.09. - 09.09.2023

Eine Strecke auf welcher ich 2022 bereits für 2 Rennen qualifiziert war, aber auf Grund eines technischen Defekt kein Rennen zu Ende fahren konnte. Ich habe mich darauf gefreut, endlich in Bopfingen an den Start zu gehen und die negativen Gedanken welche ich aus 2022 mit der Strecke verbinde, hinter mir zu lassen. Also alles auf Anfang und jetzt wird Attacke gemacht! So zumindest meine Vorstellung bei der Anreise am Donnerstag Nachmittag.
 

Trainingsturns am Freitag

Bei hervorragendem Wetter, wollte ich am Freitag in die Trainings starten. Wir hatten uns bereits 2 Übersetzungen gerichtet, mit welchen wir die ersten Tests absolvieren wollten. 1 Bereit fürs Training am Freitag Auf geht es auf die Strecke, doch irgendwie möchte mein Bike nicht so wie ich es wollte. Die Leistung war nicht die, die ich von meiner Ohvale gewohnt war.

Der Fehler war schnell gefunden, der Ansaugstutzen war gerissen, die Ohvale zog Falschluft, so kannst du die Leistung nicht abrufen. Der Teiledienst hat sich erst für 17:30 Uhr angekündigt, für die Testtrainings viel zu spät, eine Alternative musste her. Wir zogen durch das Fahrerlager, jedoch hatte niemand einen neuen Ansaugstutzen dabei. Mein Rennkollege Casper aus Holland konnte helfen. Er hatte noch ein Ersatzbike dabei, aus diesem durften wir das dringend benötigte Teil ausbauen und uns ausleihen, bis der Renndienst da ist. 

Deutlich verspätet ging es für uns in die weiteren Tests. Nun hieß es schnell die Streckenführung kennenlernen, Bremspunkte optimieren und die Vorbereitung auf die beiden Renntage optimal nutzen.

Eine kleine Besonderheit gab es nämlich für dieses Wochenende. Es fanden gleich 2 Veranstaltungen gleichzeitig auf der Strecke statt. Neben unserer, auch noch die ROC Kart-Meisterschaft. Und das Rennen aus Harsewinkel, welches wegen dem Unwetter abgebrochen werden musste, wurde ebenfalls nachgeholt. Die geplanten Rennen fanden für uns somit am Samstag statt und das Nachholrennen war für den Sonntag geplant.

Trainingsturns am Samstag

Am Samstag morgen ging es bereits um 8:30 Uhr ins erste freie Training (FP1) die Strecke war trocken aber kalt. Die Zeiten lagen hinter denen vom Vortag, FP2 muss besser werden um weiter vorne mitzumischen.
 

Qualifikationslauf 1

Dann der erste Qualifikationslauf. Ich fuhr in die erste Runde und begann schnell zu pushen. Runde 2 und 3 liefen ebenfalls recht gut. Mit einer Zeit von 00:55.565 lag ich noch hinter meiner persönlichen Erwartung, aber es ging ja erst los. Dann der Schock, im hinteren Teil der Strecke merkte ich, dass ich den dritten Gang nicht mehr rein bekam. Immer wieder habe ich es versucht aber es klappt einfach nicht. Ich fuhr von der Rennstrecke runter und erklärte meinem Vater mein Problem. 

Ein weiterer Vater kam uns zur Hilfe und untermauerte unseren Verdacht, es könnte ein Getriebeschaden vorliegen. Ich fuhr noch einmal raus, denn ich wollte nichts unversucht lassen. Keine Chance, der Gang ging nicht rein. Q1 ist für mich gelaufen und ich stand vorläufig bei einem Teilnehmerfeld von 19 Fahrern und Fahrerinnen auf Position 16. 

Hecktisches Treiben vor dem 2. Qualifikationslauf. Zuerst haben wir die Kupplung geprüft, vielleicht hat nur die Schaltwelle was, das wäre schnell zu reparieren. Die Ernüchterung folgte schnell und wir wussten, jetzt muss der Motor getauscht werden. Ein ganz großes Dankeschön geht hier an unseren Mechaniker Andre Vietze, der zusammen mit meinem Vater den neuen Motor blitzschnell eingebaut hat. Q2 kann also kommen.
 

Qualifikationslauf 2

Im zweiten Qualifikationslauf musste ich noch einmal alles geben, ich pushte und kam in Runde 10 auf eine 00:55.306, somit leicht verbessert zu Q1 aber noch nicht da wo ich hin möchte. Ich drückte weiter und wollte mehr. Bremste spät, riskierte viel. Zusammen mit 3 weiteren Fahrern war ich auf einer schnellen Runde, drückte in die Rechtskurve rein und merkte wie mir das Hinterrad wegrutschte. Im nächsten Moment bekam das Hinterrad wieder Grip, das Bike stellte sich auf und katapultierte mich über den Lenker in die Luft. Die Streckenposten kamen schnell um mir zu helfen. Sie zogen meine Ohvale von der Strecke und mich in die Sicherheitszone. Die schmerzen im linken Oberschenkel und der abgebrochene Kupplungsgriff machten eine Weiterfahrt nicht möglich. Für mich blieb somit P16 für die Startaufstellung stehen.
 

Rennen 1

Von einer schlechten Ausgangsposition ins Rennen zu starten macht es natürlich schwerer nach vorne zu kommen, aber mein Wille ist ungebrochen. Die Schmerzen aus meinem Sturz im Qualifikationslauf haben sich abgeschwächt und nun war der Fokus voll auf Angriff und nach vorne kommen. Ich hatte einen soliden Start, konnte dabei aber keinen Platz gut machen. Nun muss es eben über die bevorstehenden 14 Runden laufen. Ich fuhr in einem vierköpfigen Pulk und versuchte meine Fahrer vor mir zu 4 Rennen 1 studieren, wo gibt es Lücken, wo wird früher gebremst. Ich arbeitete mich immer weiter heran und suchte meine Chancen welche ich über die Distanz auch bekam. 4 Runden vor Schluss dann ein schwerer Sturz, die rote Flagge wurde geschwenkt, Rennabbruch. Da bereits 75% der Distanz gefahren wurden beendete ich das Rennen abrupt auf Position 14.

Rennen 2

Noch einmal voll auf Angriff hieß es am Samstag Abend für mich, denn ich wollte wieder weiter nach vorne. Das Adrenalin schoss durch meinen Körper, die Ampel schaltet um, das Rennen startet. Ich feuerte los, war jedoch etwas zu ambitioniert, das Vorderrad hob ab. Ich drückte das Bike wieder nach unten, verlor jedoch meinen Platz. Bis zur ersten Kurve fand ich mich auf Position 19 wieder. Ein Zustand der schnell korrigiert werden muss. Ich gab sofort alles um den Fehler vom Start wieder auszugleichen. Runde um Runde suchte und fand ich die nötigen Lücken und drückte mich vorbei. Auf Position 15 liegend wollte ich noch weiter nach vorne, das Feld vor mir hatte sich jedoch schon sehr weit abgesetzt, ich lag knapp 2 Sekunden dahinter. 3 Runden vor Schluss wusste ich, dass mir die benötigten Runden ausgehen, ich konnte mich vom Feld hinter mir ebenfalls um 2 Sekunden frei fahren und sah am Ende auf Position 15 die Zielflagge.

Rennen 3

Nach einem WarmUp am Morgen ging es Mittags in das dritte und letzte Rennen für dieses Wochenende. Ich wollte wieder voll auf Angriff gehen und hatte klar das Ziel vor Augen, die Ergebnisse vom Vortag zu verbessern. Ich stand in der Startaufstellung, drückte das Vorderrat fest nach unten um nicht den gleichen Fehler wie im Rennen zuvor zu wiederholen. Ich kam super weg, doch vor mir auf einmal 4 gestürzte Fahrer. Rote Flagge, Abbruch. 

Wir bogen alle von der Strecke ab und warteten auf Informationen über die verunglückten Fahrer und wann es für uns weiter geht. 2 der beteiligten Fahrer kamen sofort wieder zurück, 2 weitere wurden mit dem Krankenwagen von der Rennstrecke geholt. Nach kurzer Zeit erste Erleichterung, einer der beiden Fahrer verließ den Krankenwagen. Ein weiterer Krankenwagen traf ein, um den verletzten Fahrer zu übernehmen. Nach 45 Minuten durften wir wieder in die Startaufstellung und das Rennen mit 2 WarmUp-Runden und einer Runde weniger im Rennen neu starten. 

Auch bei diesem Start kam ich wieder sehr gut weg und machte erste Plätze gut. Im Rennverlauf hatte ich wieder starke Zweikämpfe und machte nach vorne druck. Ich nutzte meine Chancen, war spät auf der Bremse und eroberte weitere Positionen. Ein Rennkollege wollte sich das nicht gefallen lassen und drückt von hinten in einer unmöglichen Situation rein, fuhr mir dabei aufs 6 Rennen 3 Hinterrad. Ich stabilisierte mein Bike und hielt die Position. Vor mir der letzte Fahrer in diesem Pulk, den es zu überwinden galt, bevor ich irgendwie zu den davor bereits abgesetzten Fahrern gelangen musste. Der Fahrer vor mir fuhr Kampflinie, ich kam einfach nicht vorbei. In der letzten Kurve vor Start und Ziel sah ich 3 Runden vor Schluss meine Chance. Ich versuchte so viel Kurvenspeed mitzunehmen wie es nur geht, in der Geraden wollte ich dann vorbeiziehen. Ich riss den Gashahn auf und setzte mich neben ihn, doch er begann Schlangenlinie zu fahren und knallte mir fast ins Motorrad. Um einen Sturz zu verhindern musste ich zurückziehen, lag somit noch immer hinter ihm. Alle Bemühungen in den verbleibenden 2 Runden vorbei zu kommen scheiterten, am Ende überquerte ich auf Position 12 die Ziellinie.

Fazit

Das FIM MiniGP Germany Finale in Bopfingen war etwas außergewöhnliches. Trotz technischer Schwierigkeiten und einem erneuten Highsider, konnte ich alle drei Rennen bestreiten. Meine Lieblingsstrecke ist Bopfingen nicht, aber es hat dennoch viel Spaß gemacht. Die Strecke ist mit ihren vielen engen Kurven sehr anspruchsvoll und ich habe wieder einiges dazugelernt. Ich möchte mich zu aller erst bei Smillas, und Linns Vater bedanken die uns bei der Schadenanalyse geholfen haben. 

Ein besonderer Dank geht an Andre, unseren unermüdlichen Mechaniker der uns sofort beim Tausch des Motors zur Stelle war, ohne ihn hätte das alles nicht funktioniert. 

Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich. 

Euer Marlon

Rennbericht Schlüsselfeld

08.09. - 09.09.2023

Schlüsselfeld, die Strecke auf welcher ich mein erstes Rennen überhaupt bestritt. Schon die ganze Saison habe ich mich auf Schlüsselfeld gefreut, da die Rennstrecke durch die „Berg und Tal“-Fahrt etwas besonderes ist. Mit richtig viel Speed kommt man den Berg runter und legt sich in die Kurve, was für ein Gefühl.
 

Trainingsturns am Freitag

Am Freitag Mittag ging es los und ich arbeitete mich von Turn zu Turn an bessere Zeiten heran. Die für mich passende Übersetzung haben wir schnell gefunden und so zielte das Training nur noch darauf ab das persönliche Limit zu finden. Am Ende der 5 möglichen Turns fühlte ich mich fit und bereit für den Rennsamstag.
 

Trainingsturns am Samstag

Der Samstag startete mit dem ersten Training (FP1) und meinem Team und mir viel auf, dass ich in der letzten Kurve vor Start und Ziel sehr unruhig durch die Kurve komme. Mit einer 39,156 war ich noch ein großes Stück von meiner Zeit am Freitag entfernt, reihte mich aber erst einmal auf P9 von 21 Fahrern ein.

Die Strecke wurde wärmer und die Rundenzeiten besser. In FP2 konnte ich wieder die Zeiten vom Freitag fahren und knackte die 39 Sekunden Marke. Mit 38.993 stand ich in FP2 auf P10 
 

Qualifikationslauf 1

In Q1 versuchte ich mehrfach eine freie Strecke zu bekommen, aber ich hatte zu oft Schwierigkeiten alleine oder mit einem schnellen Fahrer zu fahren. Die Zeiten wurden schlechter und mein Fahrwerk machte auch nicht mit. In der Kurve vor Start und Ziel, der einzigen Kurve, welche für die Zuschauer auch sichtbar ist, viel uns und einem Vater einer Kollegin auf, dass hier etwas nicht stimmt. Mit einer 39.050 stand ich vorläufig auf P14 was so garnicht meine persönliche Erwartungshaltung war.

Vor dem 2. Quali bekamen wir Hilfe um das Fahrwerk besser einzustellen. Hierbei stellt sich heraus, dass unser Federbein nicht richtig reagierte. Wir konnten den Fehler beheben und in den nächsten Qualifikationslauf starten.

 

Qualifikationslauf 2

Ich fand gut rein und in der Kurve vor Start und Ziel sahen die Außenstehenden deutlich, dass ich ruhiger durch die Kurve kam. Noch nicht perfekt aber schon viel besser. Ich fühlte mich gut und versuchte zu

pushen. Anfangs lief alles gut, hatte jedoch mit einer Zeit von 39.168 noch einen Weg vor mir. Ich sah auf meinem Alfano, dass ich noch mehr pushen muss und das tat ich auch. Nach Start Ziel ging es in die leichte Rechtskurve durch, welche ich mit viel Speed durch kam, dann ging es direkt in die Linkskurve rein, ich drückte, war schnell, zu schnell für mein Hinterrad. Ich rutschte hinten weg, bekam dann wieder Grip und das Bike stellt sich auf und warf mich über den Lenker ab. Die Streckenposten waren sofort zur Stelle und halfen mir über das Kiesbett in den Sicherheitsbereich. Ein weiterer Streckenposten sicherte mein Motorrad, welches noch auf der Strecke lag.

Mit starken Knieschmerzen wurde ich nach dem Qualifikationslauf mittels Krankenwagen von der Unfallstelle geholt. Der Rennarzt hat mich eingehend untersucht und eine mögliche Prellung im Kniebereich diagnostiziert.  

Zurück im Teamzelt war bereits der Vater meines Teamkollegen dabei mein Motorrad zu richten. Der rechte Lenkerstummel hat etwas abbekommen, ansonsten nur ein paar Kratzer. Bei mir sah es leider anders aus. Die Schmerzen im Knie hielten weiter an und wir mussten entscheiden ob ich so an den Start gehen kann. Ich tat mir mit der Entscheidung sehr schwer, holte mir noch Feedback von zu Hause ein, musste die Entscheidung am Ende aber selbst treffen. Auch nachdem das Motorrad wieder voll einsatzfähig war und die Reifenwärmer bereits ihren Job erfüllten war noch unklar wie es weiter geht. Die Schmerzen im Knie wurden nicht weniger und so zog ich die Handbremse. Ich kann mit diesen Schmerzen nicht sicher ein Rennen bestreiten. Geknickt teilte ich dem Team meine Entscheidung mit aber die Gesundheit geht vor.
 

Fazit

Es war die Strecke auf die ich mich, wie eingangs erwähnt, am meisten gefreut habe und ich konnte bereits am Freitag viel lernen. Der abrupte Abbruch am Samstag hätte wirklich nicht sein müssen aber ich kann es nicht ändern. Nun möchte ich schnell wieder fit werden, da bereits am kommenden Wochenende Bopfingen im Zuge der FIM MiniGP Germany im Rennkalender steht.

Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich.

 

Euer Marlon

Rennbericht Templin

25.08. - 26.08.2023

Templin, meine absolute Lieblingsstrecke im gesamten Cup. Zugegeben, sie ist mit 800 km Anreise auch am weitesten entfernt und ich kann hier nicht einfach so für einen Tag zum Trainieren hinfahren. Um so mehr habe ich mich auf dieses Rennwochenende im Rahmen der FIM MiniGP gefreut. 

Auch an diesem Wochenende hatten wir mit 22 Teilnehmern wieder ein volles Fahrerfeld und wie man bei den bereits vergangenen Wettkämpfen gesehen hat, liegen viele Fahrerinnen und Fahrer vom Niveau sehr eng zusammen. Vorbereitung ist alles und der Freitag muss somit optimal genutzt werden.
 

Trainingsturns am Freitag

Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen, ging es pünktlich um 9.00 Uhr das erste mal auf die Strecke. Ich fühlte mich sofort wohl und fand schnell meine to Do´s für den heutigen Tag. Im Tagesverlauf wurden die Rundenzeiten immer besser. Am Ende konnte ich mit altem Hinterreifen eine 00:56.400 fahren und fühlte mich somit fit für den kommenden Tag. Am späten Nachmittag dann der Wetterumschwung und die ersten Regenwolken tauchten über uns auf. Es regnete und der Templiner Ring wurde zur Rutschbahn. 

 

Trainingsturns am Samstag

Samstagmorgen, es wurde hell, jedoch nicht so hell wie am Tag davor. Ein Blick aus dem Fenster brachte einen kleinen Dämpfer für den Morgen. Es ist nass und die Strecke wieder sehr rutschig. Mein Team bereitete mein Bike für FP1 vor und stelle auf Regenreifen um. Ich bin wenige Runden nach Start des FP1 auf den Ring gefahren, musste aber innerhalb der ersten Runde bereits das Training abbrechen. Rote Flagge, Krankenwagen musst raus. Im hinteren Feld sind innerhalb von 2 Runden 4 Fahrer gestürzt, einer davon so schwer, dass abgebrochen werden musste. 

FP2 fand ebenfalls auf nasser Strecke statt. Vorsicht war geboten, denn es war sehr rutschig. Am Ende positionierte ich mich mit einer Zeit von 01:17.450 auf Position 5.
 

Qualifikationslauf 1

Es war nass und ich verlor in der ersten Runde, im hinteren Teil der Strecke den Grip unter meinem Hinterreifen. Ein kurzer Check und ich war beruhigt, alles okay Bike hat nichts abbekommen. Ich versuchte herauszufinden wie viel Risiko ich gehen kann. Nach 3 Runden war jedoch Schluss. Rote Flagge, alle von der Strecke und der Krankenwagen musste schon zum 2. Mal für diesen Samstag raus. Im Moment befand ich mich auf P7  aber das war Nebensache. Der Einsatz des Krankenwagens dauerte länger wie gewohnt. Wir wurden alle zurück in die Box geschickt. Neuer Zeitplan und Infos folgen. Wenig später hörten wir einen Hubschrauber und hofften alle, dass dieser nicht für den Templiner Ring bestimmt ist. Unsere Hoffnung wurde enttäuscht. Eine Fahrerin musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Gegen Ende des Tages bekamen wir zum Glück Entwarnung via Videobotschaft. Prellungen, keine schwereren Verletzungen. 

Die Mittagspause wurde vorverlegt damit alle erst einmal durchatmen konnten. Nach dem Mittag lockerte das Wetter auf und die Sonne kam raus. Im hinteren Teil der Strecke waren noch ein paar feuchte Stellen, ansonsten aber trocken. Die restlichen 7 Minuten aus Q1 werden nachgefahren. Nun musste ich mit meinem Team entscheiden. Regenreifen und auf Nummer sicher gehen oder Sliks. Wir hatten nur 45 Minuten zwischen Q1 und Q2, das Wetter wird immer besser. Wenn ich jetzt stürze ist die Gefahr groß, dass ich für Q2 nicht bereit bin. Ich entschied mich für die Regenreifen. Ein Blick auf das Starterfeld zeigte mir, das die Mehrheit auf Regenreifen zur Streckeneinfahrt fuhr. 3 Fahrer auf Sliks Rest auf Regenreifen. 

Ich fuhr raus, nutzte die erste Runde für die Streckenprüfung und dann hieß es Gas geben. 7 Minuten ist nicht lang, hier zählt jeder Meter. Ich pushte und schaffte es mit einer 00:58.363 auf P7. Nun war ich sehr gespannt was im zweiten Qualifikationslauf möglich ist, denn das Wetter klarte immer weiter auf und der Ring wurde sichtlich besser

 

Qualifikationslauf 2

Die Strecke war trocken, die Sliks montiert und für mich war klar, Q1 kannst du abhaken. Die Zeiten zählen nicht. Bei den neuen Streckenvorraussetzungen ist deutlich mehr möglich. Ich fuhr auf die Strecke und konnte schnell meinen Speed finden. Nach wenigen Runden hing ich im Stau fest und musste einmal durch die Boxengasse um wieder eine freie Runde zu bekommen. Ich drückte was geht und kam auf P5 über die Ziellinie, ein paar Fahrer hinter mir waren aber schneller und verwiesen mich am Ende auf P8, was auch mein finaler Startplatz bedeutete.

 

Rennen 1

Ich kam gut vom Start weg, hatte aber in Kurve 3 eine zu große Lücke gelassen, welche von meinem Hintermann sofort gesehen und ausgenutzt wurde. Ich blieb dran, hinter mir 2 weitere Fahrer und für mich war klar, die Position hole ich mir zurück. Ich begann meinen Vordermann zu studieren und erkannte nach wenigen Runden die Schwachstellen. In der langgezogenen Kurve im hinteren Teil ging ich auf Risiko und nutzte erst den Windschatten und dann das sehr späte Bremsen. Ich drückte mich vorbei, wusste aber dass ich nun irgendwie weiter nach vorne muss. 

Hinter mir 3 Fahrer die es mir nicht einfach machten. Wir fuhren Runde um Runde, Reifen an Reifen. Ich schaffte es mich kurzfristig an den Kontrahenten auf Position 7 heranzufahren merkte dann aber, dass es hinter mir schwieriger wird. Ich fuhr Kampflinie, machte alle Lücken zu, war dadurch aber nicht mehr so schnell und konnte mich nicht mehr weiter zu Position 7 vorfahren. Am Ende kam ich mit einem Vorsprung von 0,354 Sekunden zu meinem Hintermann auf P8 über die Ziellinie.


Rennen 2

Ich kam wieder gut von Start weg und konnte meine Position halten. Hinter mir wieder wildes Treiben, alle fuhren Reifen an Reifen. Der Druck wurde groß, kurzfristig zu groß. Erste Kurve nach Start und Ziel kam ich zu weit raus und berührte das Gras. Hinter mir wurde das natürlich sofort gesehen und an mir vorbeigezogen. Ich verlor einen Platz blieb aber sitzen und hatte weitere Fahrer im Rücken. Ich hielt meinen Speed, konnte mich aber nicht an den Vordermann heranfahren. Hinter mir wechselten die Fahrerinnen und Fahrer mehrfach die Positionen und dann wurde es auch für mich wieder eng. 

Wo es nur ging, versuchte man bei mir rein zu stechen. Ich verteidigte meine Position mit allem was ich konnte. Wie schon im ersten Rennen bekam ich permanent Druck von hinten, ließ mich aber nicht weiter verunsichern. Dann der letzt Versuch meiner Kollegin direkt hinter mir. Letzt Runde, vorletzte Kurve. Sie setzte sich fast neben mich, ich gab alles. Es ging von Rechts auf Links und geradeaus auf die Zielflagge zu. Am Ende reichte es mir doch und ich behauptete meinen 8. Platz. 
Kurz zur Erklärung: Ein Fahrer vor mir hatte einen Jumpstart und musste dadurch eine Zeitstrafe von 20 Sekunden hinnehmen, was mir den 8. Platz zurück brachte.
 

Fazit

 Es ist meine Lieblingsstrecke und ich bin froh auf dem Templiner Ring meine Leistung unter Beweis stellen zu können. Das Fahrerfeld ist von den Rundenzeiten sehr eng beisammen und ich konnte mich wiederholt besser platzieren als noch vor der Sommerpause. Der Umgang mit Regen und der daraus sehr rutschigen Rennstrecke ist eine Herausforderung. 2x Krankenwagen und 1x Hubschrauber ist die Negativbilanz des Rennwochenendes ABER, es sind Vorsichtsmaßnahmen. Die beiden Fahrer haben nur leichte Verletzungen und ich wüsche beiden eine schnelle und gute Genesung. Hoffe wir sehen uns schon bald wieder im gemeinsamen Renneinsatz.

Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich.
 

Euer Marlon

Rennbericht Harsewinkel

11.08. - 12.08.2023

Die FIM MiniGP ist zu Gast in Harsewinkel. Bereits im vergangenen Jahr durfte ich hier (damals noch auf Honda NSF 100) meine ersten Runden drehen.

Der Grip auf der Strecke ist gut, wenn sie nicht nass ist und genau hier lag die Herausforderung an diesem Wochenende. Wir hatten alles, wirklich alles an Wetter dabei. Angefangen vom strahlend blauen Himmel, mit knapp 30°C am Freitag bis hin zu Starkregen und Gewitter am Rennsamstag. 

Aber nun ganz von vorne. Am Freitag stieg ich top motiviert auf meine Ohvale GP-0 160 4S EVO um meine ersten Runden auf der Rennstrecke in Harsewinkel zu drehen. Ich fühlte mich gut und konnte den Speed meiner Gruppe gut halten. Apropos Gruppe, da die Rennstrecke „nur“ für maximal 20 Motorräder freigegeben ist und wir 21 Fahrerinnen und Fahrer waren, wurden wir in 2 Gruppen eingeteilt. Unser Trainingssamstag umfasste 5 Turns um das richtige Setup und die optimale Linie zu finden. 
 

Trainingsturns am Freitag

Im Dritten der fünf Turns war ich schnell, für die lange kurve im hinteren Teil der Strecke zu schnell. Ich traf eine heftige Bodenwelle und verlor auf dem Vorderrad die Bodenhaftung. Ich rutschte samt Bike über den Asphalt bis zur Wiese. Auf der Wiese haben wir uns beide überschlagen, was für mein Bike schlimmer aus ging als für mich. Ich rappelt mich sofort wieder auf und hob mein Arbeitsgerät auf. Ein prüfender Blick zeigte mir jedoch sofort, dass ich so nicht mehr weit komme. 

Der Überschlag hat heftige Kampfspuren hinterlassen. Bremspumpe kaputt, Gasgriff zerfetzt, Heck fast abgebrochen. Nun hieß es nicht mehr für mich, sondern für mein Team Vollgas geben um das Bike wieder fit zu bekommen. Ein ganz großes Dankeschön geht hier an den Papa meines Teamkollegen Luca Diolosa #64 Giuseppe Diolosa und unserem Team-Mechaniker André Vietze, welche sofort zur Stelle waren und meinem Vater bei der Reparatur geholfen haben. Das weitere Training am Freitag fand leider ohne mich statt, da die Reparatur viel Zeit in Anspruch nahm. Alle haben mit Hochdruck gearbeitet, dass wir am Samstag wieder einsatzfähig sind.

 

Trainingsturns am Samstag

Am Samstag Morgen dann der Schock. Alles was ich mir in den 3 Turns erarbeitet habe, ist erst einmal hinfällig. Es regnet stark und das Wetterradar prognostiziert auch noch Gewitter. Meine Ohvale wurde auf Regenreifen umgestellt und ich ging raus in FP1. 

Nach 4 Runden war für mich Schluss. Auf der Geraden ging der Motor aus. Die Ursache wurde schnell gefunden, die Hinterradbremse war fest. Das Hinterrad bewegte sich keinen Millimeter mehr. Ich schob mein Bike mit Unterstützung von der Strecke und es ging zurück in die Box. Sichtlich frustriert ließ ich mich in meinem Stuhl nieder und hoffte, dass das Problem schnell behoben werden kann. 

Zum FP2 war mein Bike wieder bereit aber es regnete sehr stark. Noch in der ersten Runde stand mein Bike still. Die Elektronik machte nicht mit. Was für ein Wochenende bis hierhin. Wie soll ich so eine gute Position in der Startaufstellung einfahren oder ein vernünftiges Rennen fahren?
 

Qualifikationslauf 1

Wie Eingangs beschrieben, waren wir auf Grund der hohen Teilnehmerzahl in 2 Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe fuhr ihr erstes Quali und ich war noch in der Box um mich auf mein Qualifikationslauf vorzubereiten, da bemerkte ich hektisches Treiben neben der Strecke und keine Motoren mehr. Es gab einen schweren Unfall auf dem Track bei welchem auch der Krankenwagen zum Einsatz kam. An dieser Stelle wünsche ich meiner  Kollegin weiterhin eine gute Besserung und hoffe du bist schnell wieder fit. Da wir nun „nur“ noch 20 Teilnehmer waren, wurden die Gruppen aufgelöst und wir konnten den Qualifikationslauf alle zusammen fahren. 

Auf Grund des Trainingsrückstandes malte ich mir keine großen Chancen aus, war aber fokussiert bei der Sache. Im ersten Quali sicherte ich mir mit meiner Ohvale auf Regenreifen vorerst P15 für die Startaufstellung.

 

Qualifikationslauf 2

Das Wetter hat sich verbessert, die Sonne ist da und die Strecke fast vollständig trocken. Gute Bedingungen für ein paar schnelle Runden. Ich fand schnell rein und zog am Gashahn. Gegen Mitte der 15 minütigen Qualifikationszeit lag ich kurzfristig auf P4, konnte die Position jedoch nicht halten. Die Zielflagge sah ich auf P6, 3 Kurven hinter mir war jedoch noch ein Kontrahent auf seiner schnellsten Runde und fuhr ganze 0,038 Sekunden schneller als ich und verbannte mich somit auf P7. 

Da ein weiterer Teilnehmer im ersten Quali eine schnellere Zeit als der aktuell Viertplatzierte hatte sicherte ich mir am Ende Startplatz 8 für die beiden Rennen.

 

Rennen 1

Was sagt das Wetterradar? Es wird eine taktische Entscheidung. Regenreifen oder Sliks? Laut Wetterradar wird das mehr als knapp mit trockener Strecke. Das Team und ich diskutierten und wogen die Chancen und Risiken ab. Ich verließ die Box auf Sliks. In der Startaufstellung angekommen sah ich, dass ein Fahrer auf Regenreifen und das restliche Teilnehmerfeld auf Sliks starten. Das Rennen begann und ich bin gut vom Start weg gekommen. Permanent versuchte ich Druck auf den Fahrer vor mir aufzubauen und studierte ihn. Gleichzeitig bekam ich jedoch selbst von hinten durchgehend Druck. Es blieb Runde für Runde spannend. Wir waren durchgehend zu sechst Reifen an Reifen unterwegs. Nach vorne war kein Durchkommen. Ich fand keine Lücke und musste selbst schauen, dass ich die Tür nicht aufmache. Die Zielflagge war nach 18 Runden in Sicht und ich überquerte die Ziellinie auf P8. Mega happy und geschafft absolvierte ich die Auslaufrunde und bog ins Parc fermé ein.


Rennen 2

Nachdem das Gewitter nachgelassen hat, es aber noch immer stark regnete war klar, dass ich auf Regenreifen und einer ordentlichen Portion Mut in das Rennen starten muss. Die Box um den Luftfilter vor Wassereintritt zu schützen ist in der FIM MiniGP noch nicht zugelassen weshalb ich ohne ausreichend Schutz in die Startaufstellung fuhr. Wir bekamen 2 Aufwärmrunden und die Renndistanz wurde um eine Runde auf 17 Runden verkürzt, so die Theorie. Die Praxis sah dann leider ganz anders aus. Bereits in der ersten Einführungsrunde saugte mein Vergaser Wasser mit an und mein Motor quittierte seinen Dienst. Selbiges erfolgte dann bei weiteren Fahrern Runde um Runde. Wir zählten 7 stehende Motorräder nach 4 Rennrunden. Der Regen wurde immer stärker. Die fahrenden Piloten weniger und das Risiko größer. In Runde 4 dann die rote Flagge. Rennabbruch wegen Unwetter ohne Wiederaufnahme. Wir sammelten uns alle im Parc fermé und durften nach kurzer Abstimmung zurück in die Box. Der Renntag ist zu Ende.
 

Fazit

Es war ein sehr lehrreiches Wochenende. Den Crash am Freitag hätte ich mir sparen können aber es ist passiert. Trotz Trainingsrückstand und sehr wechselhaften Wetterbedingungen fand ich im Quali und im Rennen gut rein und fuhr gute Rundenzeiten. Ich freue mich riesig über meinen achten Platz und weiß nun, dass ich auch weiter vorne mitfahren kann. Nun heißt es für mich nächstes Wochenende nach Walldorf zum Training denn bereits eine Woche später geht es schon wieder weiter nach Templin zum nächsten Lauf.

Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich.



Euer Marlon

Rennbericht Aschersleben (Harz Ring)

14.07. - 15.07.2023

Der ADAC Mini Bike Cup ist zu Gast auf dem Harz Ring nähe Aschersleben. Eine mir bis dato absolut unbekannte Strecke auf welcher ich am Freitag meine ersten Runden fahren durfte.

Mit gut 500 km Anfahrt kamen wir am Donnerstag auf dem Harz Ring an und konnten uns einen guten Platz im Fahrerlager sichern auf welchem wir unser Lager aufgeschlagen haben. Nun hieß es für mich erst einmal auf die Strecke und mir diese genau anschauen. Wo sind die Herausforderungen im Asphalt, wie ist die Beschaffenheit, der Grip, Bodenwellen, Beschädigungen… 

Trainingsturns am Freitag

Am Freitag früh ging es los; 6 Turns stehen mir zur Verfügung um zum einen die Strecke kennenzulernen und um das passende Setup für die beiden Qualifikationsläufe zu finden. Das Wetter war bereits Freitag morgens schon sehr warm, so konnte ich direkt mit den annähernd passenden Bedingungen, wie sie für den Samstag prognostiziert wurden in die Tests gehen. 

Über den Tag hinweg haben wir mit mehreren Setup-Varianten gearbeitet. Neben Übersetzung mussten wir auch beim Luftdruck der Reifen mehr arbeiten als gewohnt, da die Strecke die Reifen stark belastet. 

Im Vorletzten Turn dann bereits die erste Entscheidung zum Setup, welches im letzten Turn noch einmal durch ein Verbessern der Rundenzeit bestätigt wurde. 

Ich fühlte mich bereit und gut vorbereitet für den Rennsamstag.

Am Samstag ging es dann erst einmal in die 2 Trainingturns. In FP1 konnte ich mich auf P10 einordnen, in FP2 schaffte ich es auf P7 was mir noch einmal einen extra Motivationsschub für die beiden Qualifikationsläufe gab.

Qualifikationslauf 1

Ich fühlte mich gut vorbereitet und gab alles. In fast jeder Runde ging meine Zeit runter, in Runde 8 dann meine beste Zeit mit 00:59.088 welche mir für den ersten Qualifikationslauf P10 in Aussicht stellte. Ich muss zugeben, dass es bei Temperaturen über 34°C sehr anstrengend unter dem Helm wurde und ich wirklich zu kämpfen hatte. Aufgeben war aber keine Option und so versuchte ich weiterhin alles um meine Zeit zu optimieren.

Qualifikationslauf 2

Im 2. Lauf, der Planet brennt und alle Fahrerinnen und Fahrer auf der Strecke. Alle versuchten ihre Zeiten zu verbessern aber wir kamen alle nicht mehr an die Zeiten aus dem ersten Quali heran. Die Gefahr, dass Fehler passieren war groß und leider kam es dann auch zu einem schweren Sturz einer Kollegin was für uns die rote Flagge bedeutete. 2:40 Minuten Restzeit blieben noch übrig um eine schnelle Runde zu fahren. Wir gingen raus auf die Strecke und hatten direkt Stau. Ein schneller Fahrer vor mir, jedoch ein langsamer direkt davor. Wir versuchten irgendwie vorbei zu kommen um auf unsere Runde zu kommen, die Zeit läuft gegen uns. Im Infield dann dich Chance und wir kamen vorbei. Nun mit Knallgas nach vorne, wir setzten uns direkt vom Feld dahinter ab und pushten was geht. Um die Kurve, ab auf die Gerade auf Start und Ziel und dann der Schock, die schwarz/weiße Flagge wird geschwenkt und für uns war klar, eine Runde mehr hätte es gebraucht. In Q2 reihte ich mich auf P12 ein.

Wie oben erwähnt war im Qualifikationslauf 2 die Rundenzeit bei fast allen nicht besser als in Q1 und so sicherte ich mir dennoch den Startplatz 10 für die beiden Rennen auf dem Harz Ring.

Rennen 1

Ich kam gut vom Start weg und wollte eng in die erste Kurve einfahren, dann ein Crash direkt vor mir, ich musste einem Fahrer ausweichen und bekam selbst einen Treffer am Heck ab, blieb jedoch sitzen. Nach der Schrecksekunde und Überwindung der ersten Kurve fand ich mich auf P9 wieder. Vor mir ein Battlepartner mit dem ich schon sehr oft meinen Spaß hatte. Wir fuhren Runde für Runde, Reifen an Reifen und er fuhr permanent Kampflinie. Ich begann ihn zu studieren und suchte nach Schwachstellen. Wenige Runden vor Schluss war für mich klar wo ich es versuchen werde, denn es wird unter Umständen eng. Ich startete meine Angriff und schaffte es vorbei, nun hieß es pushen und nach vorne wegfahren, was mir auch sehr gut gelang. 

Der Abstand wurde mit jeder Kurve größer und so konnte ich mich schon innerhalb einer Runde etwas freifahren. Um weiter vorne anzugreifen war der Abstand jedoch viel zu groß, aufschließen konnte ich nicht mehr und beendete mein erstes Rennen auf dem Harz Ring auf P8.

Rennen 2

Der Start gelang mir nicht ganz so gut und ich fand mich nach Kurve 1 auf P12 wieder. Vor mir Lukas und davor Collin. Nun hieß es wieder voll auf Angriff. Ich studierte beide, vor mir wurde fleißig versucht vorbei zu kommen jedoch waren die Türen permanent geschlossen. Ich schaute mir das Treiben ganz genau an und musste dabei selbst schauen wie ich die Tür zu lasse, da von hinten ebenfalls Druck auf mich ausgeübt wurde. Das Quartett fuhr nun konstant, Reifen an Reifen durch die Kurven. Die Tür vorne blieb zu und direkt vor mir wurde der Kampf aufgegeben, weiter noch vorne zu kommen. Halten stand bei meinem Kontrahenten direkt vor mir auf dem Programm und so wurde nach vorne nicht weiter gepusht und nach hinten die Tür zu gemacht. Ich fand keine Lücke. Alles was ich versuchte scheiterte und die Gefahr war groß, dass ich versehentlich nach hinten zu viel Fläche auf machte. 

Sicher vorbei kam ich nicht und die Runden bis zur Zielflagge wurden weniger. Ich sah, dass mir nur noch diese eine Runde blieb um noch irgendwie nach vorne zu kommen. Letzte Kurve vor Start und Ziel. Ich fuhr die Kurve anders als sonst um mehr Schwung mit zu nehmen um noch einen letzten Versuch zu starten, die Chance war 50/50 das es klappt. Zu weit, ich kam bei der Kurve zu weit raus und gelangte aufs Gras, musste kurz vorm Gas runter um mein Bike abzufangen und zog dann noch einmal voll durch. Der Fehler blieb von hinten nicht unentdeckt und so zog Linn mit einem Vorsprung von 00.007 Sekunden an mir vorbei und verbannte mich auf P13.

Fazit

Ich hatte viel Spaß auf der Strecke und habe viel gelernt. Nun haben wir 4 Wochen Sommerpause bis es in Harsewinkel weiter geht. Für mich gibt es nach diesem Rennwochenende ein paar To Do`s: Startübungen, Umgang mit viel Verkehr in engen Kurven und ein paar weitere Punkte.

Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich

Euer Marlon

Rennbericht Mülsen

31.06. - 01.07.2023

Die FIM MiniGP zu Gast in der Motorsportarena Mülsen. Eine grandiose Strecke um die ich meine 9 Kontrahenten vom AMC Sachsenring e. V. welche dort regelmäßig trainieren schon ein wenig beneide. Genug geschwärmt von dieser tollen Anlage, starten wir ganz von vorne. Am Donnerstag Abend bin ich nach 500 km Anfahrt in der Motorsportarena Mülsen angekommen und durfte mein Bike direkt in die vom ADAC Hessen-Thüringen angemietete Box stellen. Vielen DANK für die tolle Unterstützung.

Trainingsturns am Freitag

Freitag früh startet der Tag mit der Fahrerbesprechung, der vorherige Blick auf den Wetterbericht verhieß schon nichts Gutes für den Nachmittag. Die Verantwortlichen vor Ort bestätigten die Vorhersage mit Unwetter für den Nachmittag noch einmal, was für mich bedeutet, dass wir absolut fokussiert den Vormittag nutzen müssen, um das Setup für den Renntag festzulegen. Der geübte Leser wird nun sagen: „man ist immer fokussiert.“ Das ist richtig, bin ich auch, habe nur viel weniger Zeit dieses Mal. 

Das Wetter am Morgen hat gepasst und ich konnte mehrere Einstellungen testen, nach Turn 3 war jedoch Schluss. Platzregen setzte ein und wollte auch nicht mehr aufhören. Ein Setup mit dem ich mich gut fühlte sollte für Samstag Vormittag die erste Wahl sein, schließlich habe ich noch FP1 und FP2 zur Verfügung, bis ich in die Qualifikationsläufe darf.

Qualifikationslauf 1

Mein Setup passt, Reifendruck und Temperatur sind optimal und ich fühle mich gut. Nach den ersten Runden auf der Strecke musste mehr gehen, ich pushte wo es geht, jedoch einmal zu viel. In einer Linkskurve klappte mir das Vorderrad weg und ich sah mich in der Wiese. Schnell Checken ob das Bike noch okay ist und weiter geht’s. Ich fuhr einmal durch den Technikcheck, bekam sofort grünes Licht und ging zurück auf die Strecke. Nur 2 Runden später, sah ich die rote Flagge. Abbruch wegen einem schweren Crash. Es befanden sich 22 Teilnehmer auf der Strecke, 2 kamen sich in einer
sehr schnellen Kurve (vor Start/Ziel) zu nah und flogen beide ab. Für einen Fahrer war das Wochenende leider hier schon vorbei. Der erste Qualifikationslauf konnte fortgesetzt werden und ich kam mit einer Zeit von 01:03.540 auf P15.

Qualifikationslauf 2

Im 2. Lauf musste eine bessere Zeit her, ich gab alles und verbesserte meine Zeit auf eine 01:02.468, kam somit aber nur auf P16. Die Differenz zu P13 liegt bei gerade einmal 00:00.278. Ein super starkes Fahrerfeld welches wirklich sehr eng beieinander liegt. Nach den beiden Qualifikationsläufen hieß es für mich Startplatz 16 von 21 Fahrern.

Rennen 1

Ich kam super vom Start weg und wollte auch in der ersten Rechtskurve weiter nach vorne, die Kurve war voll, es gab keinen Platz und ich zog zurück bevor ich eine Berührung mit einem anderen Fahrer riskiere. Ich fand mich nach der Kurve auf P19 wieder, ein Zustand welchen ich nicht akzeptierte. Noch bevor es in die nächste Linkskurve ging zog ich auf P18 vor. 

Nun hieß es weiter vorbei kommen. Vor mir weitere Fahrer auf Kampflinie, ich fand erst einmal keine Lücke. Das Feld davor setzte sich ab, ich muss hier durch. 2 Runden später hatte ich für mich eine Chance erkannt, da das Bremsverhalten des Fahrers vor mir, vor der ersten Kurve nach Start/Ziel beide Male identisch war. 

Ich fuhr im Windschatten, Reifen an Reifen mit knapp 120 km/h schossen wir an den Zuschauern vorbei. Ich bremste spät, sehr spät, nicht zu spät. Ich zog vorbei und schnappte mir auf der Geraden gleich noch einen Platz. Jetzt aber nach vorne, auf P14 liegend ging es für mich nur noch nach vorne, wenngleich sich das Feld schon sehr gut abgesetzt hat. 

Ich gab wirklich alles, kam aber nicht mehr an die Gruppe vor mir heran. Am Ende sicherte ich mir P14 mit einem Abstand auf P15 von ganzen 7.318 Sekunden.

Rennen 2

Vom Start wieder gut weggekommen, jedoch wieder die falsche Route in die Kurve gewählt und Plätze verloren. Ich fuhr weiter, eng am Hinterrad des vorausfahrenden Bikes und kam super durch die ersten beiden Linkskurven, beim Umlegen auf rechts, merkte ich sofort wie ich weggedrückt wurde. Mein Bike richtete sich auf und ich kam noch vor der Wiese zum Stehen. 

Unter meinem Bike das Motorrad samt seinem Fahrer, welcher mich von der Strecke gefegt hat. Es dauerte kurz bis die Streckenposten das in meine OHVALE verkeilte Bike herausbekommen haben und mein Motorrad wieder startete. Ich fuhr zurück auf die Strecke und in diesem Moment kam bereits das führende Feld angeschossen. Ich erhielt sofort die blaue Flagge und wusste, das Rennen ist für mich gelaufen. 

Ich ließ die Fahrer durch wo es ging um ihnen nicht das Rennen kaputt zu machen, wie es mir passiert ist, hielt aber meinen Speed weitestgehend aufrecht. 

Als die Fahrer an mir vorbeizogen, mit denen ich mich normalerweise Battle und das restliche Feld noch weiter „hinter“ mir war, zog ich wieder an. Das Rennen ist für mich vorbei, muss ich ein Training daraus machen. Aufgeladen mit Wut und Frust blieb ich mit etwas Abstand hinter der Gruppe, hielt jedoch den Abstand bis zum Rennende. Auch hier wurde der Abstand zur Gruppe „dahinter“ immer größer, nutzte mir nichts da ich durch die 1 Runde Rückstand in der Wertung
hinter ihnen lag. 

Da es im Rennverlauf weitere Ausfälle gab, sah ich die Zielflagge auf P18. Noch immer war der Frust, die Verärgerung in mir. Ich stellte mein Arbeitsgerät im Parc fermé ab, zog den Helm aus und Papa nahm mich erst einmal tröstend in den Arm. Die Tränen kullerten mir rechts und links die Wangen herunter, wollte ich heute doch so viel mehr erreichen.

Fazit

Ich liebe diese Strecke und bereits die Qualifikationsläufe haben gezeigt, dass viele Fahrer sehr eng beieinander liegen. Es sind Kleinigkeiten die über mehrere Plätze weiter vorne oder hinten entscheiden. Über das 2 Rennen möchte ich nicht schreiben oder weiter nachdenken. 

Rennen 1 hat mir gezeigt, dass ich, womöglich durch den Sturz in meinem 1 Rennen der Saison in Faßberg, noch eine Blockade im Kopf habe, welche sich erst im Rennverlauf löst. Hier muss ich ansetzen und enge Situationen üben. 

Papa muss nun, die beim Rennunfall zerstörte, Seitenverkleidung reparieren bzw. die Neue lackieren und für das nächste Rennen auf dem Harz-Ring in 2 Wochen fertigmachen. Ich freue mich schon, auf die mir bis heute, unbekannte Rennstrecke und nehme mir vor, dort noch mehr aus mir heraus zu holen. Ein großes DANKE geht an meine Unterstützer, ohne euch wäre dieser Sport, den ich so sehr liebe, überhaupt nicht möglich.

Euer Marlon

Rennbericht Cheb

02.06. - 03.06.2023

Mit richtig viel Vorfreude sind wir nach Cheb gereist und haben uns viel vorgenommen. Bereits am Donnerstag Abend stand fest, es wird ein großes Teilnehmerfeld werden. 23 Fahrer und Fahrerinnen aus 6 Nationen: Ukraine, Österreich, Lettland, Dänemark, Holland und Deutschland treten an, im ersten Lauf der FIM MiniGP Germany Series. 

Mental habe ich mich absolut fit gefühlt und so bereitete ich mich gelöst vom Rennen in Faßberg auf die bevorstehenden Tage vor. 

Trainingsturns am Freitag

Am Freitag Morgen ging es mit den ersten Tests los. Wir haben probiert, geschraubt und wieder probiert, um die richtige Übersetzung für den schnellen aber auch, durch viele Bodenwellen, tückischen Kurs zu finden.

Nach 7 Testturns stand die Entscheidung fest, wir haben unser Setup für den ersten Lauf in der FIM MiniGP Germany Series gefunden.

Trainingsturn am Samstag

Erstes Training am Samstag stand an und ich fühlte mich bereit. Nach nur wenigen Runden, sah ich die rote Flagge, Trainingsabbruch. Zurück in der Boxengasse erfuhren wir, dass die Zeitmessung nicht funktioniert. 

Nachdem der Zeitplan angepasst wurde, bekamen wir unsere 2 Trainingsläufe bevor es dann in die Qualifikationsläufe ging. 

Qualifikationslauf 1

Ich habe mich sehr wohl auf dem Bike gefühlt und konnte meine Zeit gegenüber den beiden Trainingsläufen verbessern. Am Ende von Q1 stand ich mit einer Zeit von 1:03.360 auf P13.

Qualifikationslauf 2

Meine Zeit von Q1 konnte ich nicht verbessern und fuhr mit einer Zeit von 1:03.480 auf P14

Für die Startaufstellung wird die beste Zeit aus beiden Läufen genommen und so sicherte ich mir Startplatz 15.


Rennen 1

Rennen 1 erster Versuch: Vom Start bin ich optimal weggekommen und konnte direkt 2 Plätze noch vorne fahren, dann rote Flagge, Zeitmessung funktionierte nicht.

Rennen 1 zweiter Versuch: Wieder sehr gut weggekommen und um einen Platz verbessert, nach wenigen Runden erneut rote Flagge. Ein Fahrer lag nach einem Crash auf der Strecke und war nicht ansprechbar. Der Krankenwagen musste raus und den Fahrer bergen. 

Rennen 1 dritter und letzter Versuch: So turbulent wie der Tag schon war so zog es sich dann auch bis zum finalen ersten Lauf. Etwas nervös von den Vorkommnissen bisher, ging es dann erneut in die Startaufstellung. Wieder ein guter Start und nun hieß es nach vorne kommen. Ich positionierte mich auf P12 ein und setzte mich zusammen mit den Fahrern auf P9, P10, und P11 vom restlichen Feld ab. Nach wenigen Kurven eroberte ich P11 und wir setzten uns weiter ab. Nun hieß es Lücken suchen, spät bremsen und versuchen auf P10 vorzufahren. Mein Kontrahent machte es mir nicht leicht, fuhr konstant die Lücken zu. Etwas zu ambitioniert im Infield und mir rutschte das Hinterrad weg. Ich rannte zum Bike und noch bevor die gelbe Flagge geschwenkt werden konnte, war ich zurück auf der Strecke. Durch diesen Rutscher büßte ich jedoch ordentlich Plätze ein. Ich versuchte noch weiter nach vorne zu kommen, sah die Zielflagge aber nur auf P18. 

Rennen 2

Rennen 2: Meine Königsdisziplin bisher war der Start, in jedem Lauf an diesem Tag, konnte ich vom Start weg Plätze gut machen. Rennen 2 sollte das anders laufen. Ich ging ans Gas und wunderte mich, dass ich nicht richtig vom Fleck kam. Zweiter Gang anstelle des ersten, so kommst du nicht nach vorne. Nach der ersten Kurve sah ich mich auf P20 wieder. Eine Situation welche ich nicht akzeptierte. Ich kämpfte mich nach vorne und auf einmal hatte ich vor mir 3 Fahrer aus Lettland, ein Team an dem ich vorbei musste. Die Tür blieb erst einmal zu, ich studierte die Fahrer und begann spät zu bremsen, sehr spät zu bremsen. Lange Gerade mit einem Speed von 102 km/h schossen wir auf die Spitzkehre zu. Ich bremste mich am ersten Letten vorbei und drückte mich in der Spitzkehre auch gleich am zweiten Fahrer aus Lettland durch. Kurz vor Ende der Runde zog ich in der langgezogenen Kurve am dritten Fahrer vorbei und nun hieß es Vollgas. Ab nach vorne, denn der Fahrer vor mir hat sich deutlich abgesetzt. Ich hing am Gas und gab alles. Mit persönlichen Bestzeiten von 1:02 tief schoss ich über die Strecke und kam Runde für Runde um 0,6 Sekunden an den Vordermann heran. In jeder Kurve sah ich, dass ich immer weiter in Schlagdistanz kam. Zu spät, die verbleibenden Runden reichten nicht aus, um einen Angriff zu starten. Am Ende des 2. Rennen sah ich auf P14 die Zielflagge. 


Fazit

Es war ein aufregendes Rennwochenende auf einer anspruchsvollen Strecke. Ich hatte viel Spaß und konnte mich mental und fahrerisch weiterentwickeln. Der verpatzte Start in Rennen 2 hätte nicht sein müssen, aber  das kann man nicht mehr ändern, es ist ebenfalls ein learning. Mein Kampf nach vorn, gerade im 2. Lauf hat mir gezeigt, dass ich mehr kann und es sich in den kommenden Läufen sicherlich auch in den Platzierungen bemerkbar machen wird. 

Ein großes Dankeschön geht an das Team ADAC Hessen-Thüringen für den Support vor Ort und die zur Verfügung gestellte Box. Ebenso möchte ich mich bei meinem Verein MSC Winkelmesser Frankfurt e. V. und meinen Sponsoren bedanken, ohne euch wäre meine Leidenschaft gar nicht erst möglich.

Euer Marlon

Rennbericht Faßberg

19.05. - 20.05.2023

Der erste Stopp im ADAC Minibike Cup war Faßberg und ich habe mir viel vorgenommen. Bereits im Training im Freitag nutzte ich die Chance und war in allen 7 Trainingsturns auf der Strecke. Bei gut 20 Grad Celsius

waren die Streckenbedingungen ausgezeichnet und somit legte ich den Fokus auf die für mich optimale Linie. Wir testeten verschiedene Übersetzungen, jedoch war ich mit keiner zu 100% zufrieden. Entweder war ich in der Geraden zu langsam oder ich bin nicht aus den engen Kurven heraus gekommen. Ich habe meine Rundenzeiten immer wieder mit meinem Teamkollegen verglichen um eine Referenz zu haben. Eine Sekunde musste ich noch irgendwo herausfahren um in Schlagdistanz zu sein. Ein Kompromiss musste her. Im letzten Trainingsturn am Freitag dann das finale Setup festgelegt und auf Samstag fokussiert.
 

Trainingsturns am Samstag

Am Samstag startete ich den Ersten der beiden Trainingsturns mit einem neuen Vorderreifen, hierbei war es für mich wichtig, diesen erst einmal richtig einzufahren und dann meine Zeiten mit denen der anderen Teilnehmer zu vergleichen. Nach dem ersten Turn stand fest, das wird hart. Im zweiten Trainingsturn wollte ich eine Kurve verstärkt üben, aus welcher ich weiterhin zu langsam heraus kam, um im Rennen eine bessere Performance zu liefern. Gleichzeitig wollte ich noch nicht zeigen wo mein Limit ist, dafür haben wir die Qualifikationsläufe. Die Konkurrenten gaben Vollgas, ich habe auf der Geraden den Speed etwas herausgenommen um meine Zeiten nicht gleich zu zeigen.

Qualifikationslauf 1

Runde um Runde kämpfte ich um Zehntelsekunden. Immer wieder versuchte ich mich an einen schnelleren Fahrer zu hängen und den Speed zu halten. Am Ende von Q1 stand ich auf P13 mit einer Zeit von 56,966 Sekunden. Zufrieden war ich noch nicht.
 

Qualifikationslauf 2

Qualifikation 2: In meiner zweiten Chance auf einen besseren Startplatz musste ich noch eine Schippe drauflegen. Ich kämpfte weiter und konnte meine Zeit auf 56.906 leicht verbessern. Der zweite Qualifikationslauf ging somit auf P12 für mich aus, da jedoch die beste Zeit aus beiden Qualis genommen wird hieß es für mich auf P13 ins Rennen zu starten.


Rennen 1

Was soll ich sagen, es ist das erste Rennen der Saison 2023 und mein Ziel war es hier vom Start weg ein paar Plätze gut zu machen und mich weiter nach vorne zu kämpfen. Der Wille war absolut da, ich war angriffslustig und voller Adrenalin.

Ich bin super vom Start weg gekommen und konnte direkt 2 Positionen gut machen, mit Vollgas ging es auf die erste Kurve zu. Nun lässt sich nicht mehr zu 100 % rekonstruieren was passiert ist. Ich schoß auf die erste Kurve zu und versuchte mit der Vorderradbremse die Kurve vorzubereiten. Das Gas blieb weiter oben stehen, die Bremse rauchte und das Vorderrad klappte ein. Spektakulär für die Zuschauer, welche alle in Kurve 1 standen, aber extrem blöd für mich. Ich rutschte durch die Kurve und landete in der Auslaufzone. Mir selbst ist nichts passiert, die Fußraste hing etwas herunter, was eine Weiterfahrt nicht ausschloss jedoch war auch der Kupplungsgriff nach unten verschoben, wodurch dieser während der Fahrt nicht funktionstüchtig gewesen wäre. Rennen 1 somit wegen Sturz vorbei.

 

Rennen 2

Rennen 2 muss besser laufen. Die Pause zwischen den beiden Rennen versuchte ich mich mental wieder auf spur zu bringen, ich darf nicht gehemmt in das zweite Rennen starten.

Vom Start kam ich wieder super weg, dann jedoch die erste Kurve und mit ihr die kurze Angst wegzurutschen. Ich zog zurück und verlor die gerade erkämpften Plätze und reihte mich auf P14 ein. Kein Zustand welchen ich für mich akzeptieren wollte und so hieß die Strategie studieren des Vordermanns und im richtigen Moment überholen. Ich bremste spät, sehr spät und stellte mich mehrmals in der Kurve neben meinen Vordermann. In der sechsten Runde gelang es mir dann an ihm vorbei zu kommen, auf Grund der hohen Geschwindigkeit in der Kurve, musste ich weit gehen und verlor die Position direkt wieder. Runde 10 neuer Versuch, ich bremste mich wieder in die Kurve rein und eroberte mir P13. Nun hieß es weiter nach vorne, ich zog mich auf

den Fahrer auf P12 heran und begann ihn zu studieren. Er fuhr Kampflinie und machte wirklich jede Tür zu. Das Risiko, dass wir bei einem Überholmanöver beide abfliegen war zu groß, ich musste es nach der letzten Kurve in der Geraden auf Start und Ziel versuchen. In Runde 13 der erste Versuch. Ich kam mit mehr Speed aus der Kurve heraus und versuchte mich neben den Fahrer (welcher gefühlt 10 kg leichter ist als ich) zu setzen. Die Gerade ist nicht lange genug und schon garnicht bis zur Start/Ziel-Linie, mehr Speed aus der Kurve musste her. 2. Versuch in Runde 14, wieder das gleiche Spiel. Nun gibt es nur noch eine Chance. In der Final Lap muss ich vorbei. Mein Gegner fuhr weiter Kampflinie, kein Durchkommen, letzte Kurve und ich gab alles, wir waren beide auf der Zielgeraden und knallten mit Vollgas auf die Zielflagge zu. Es reichte nicht, die Gerade ist zu kurz. Mit einem Abstand von 0,155 Sekunden auf den Vordermann kam ich auf P13 durchs Ziel.

Meine Ausbeute waren somit 3 Punkte, die ich mitnehmen konnte. Nun heißt es Krone richten und auf die FIM MiniGP in Cheb vorbereiten, welche am 03.06.2023 startet.

Viele Grüße Euer Marlon